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Grundlagen der InformatikAnfänger 5 Min. Lesezeit

Wie funktioniert das Internet?

Du tippst eine Adresse ein und Sekunden später ist die Seite da. Dazwischen passiert erstaunlich viel: Namen werden in Nummern übersetzt, Anfragen reisen um die halbe Welt, und ein Server schickt die Antwort zurück. Dieser Artikel erklärt den Weg Schritt für Schritt — ohne Fachchinesisch.

Lernziele

  • Den Weg einer Anfrage vom Browser zum Server nachvollziehen
  • Verstehen, was DNS, IP-Adresse und HTTP bedeuten
  • Den Unterschied zwischen Internet und Web einordnen

Internet ist nicht dasselbe wie das Web

Das Internet ist das weltweite Netz aus verbundenen Rechnern. Das World Wide Web ist nur ein Dienst darin — die Websites, die du im Browser aufrufst. E-Mail, Video-Calls oder App-Daten laufen ebenfalls über das Internet, sind aber nicht Teil des Webs.

Vom Namen zur Nummer: DNS

Menschen merken sich Namen wie luis-rusko.de, Computer arbeiten mit Nummern (IP-Adressen). Das Domain Name System (DNS) ist das Telefonbuch des Internets: Es übersetzt den Namen in die zugehörige IP-Adresse, damit dein Browser den richtigen Server findet.

Die Anfrage: HTTP

  1. 1.Der Browser fragt per DNS die IP-Adresse zur Domain ab.
  2. 2.Er baut eine Verbindung zum Server auf — bei „https“ verschlüsselt (TLS).
  3. 3.Er sendet eine HTTP-Anfrage: „Gib mir die Startseite.“
  4. 4.Der Server antwortet mit HTML, CSS, Bildern und Skripten.
  5. 5.Der Browser setzt daraus die sichtbare Seite zusammen.

Daten reisen in kleinen Paketen

Eine Webseite wird nicht am Stück übertragen, sondern in viele kleine Datenpakete zerlegt. Jedes Paket findet auf eigenem Weg durch das Netz zum Ziel — über zahlreiche Zwischenstationen, die Router. Am Ziel setzt der Empfänger die Pakete wieder in der richtigen Reihenfolge zusammen. Geht ein Paket verloren, wird nur dieses eine erneut angefordert. Diese Aufteilung macht das Internet robust: Fällt ein Weg aus, nehmen die Pakete einfach einen anderen.

Protokolle: die gemeinsame Sprache

Damit Geräte unterschiedlichster Hersteller sich verstehen, halten sich alle an feste Regeln — Protokolle. IP kümmert sich um die Adressierung, also darum, dass ein Paket den richtigen Empfänger findet. TCP sorgt dafür, dass alle Pakete vollständig und in der richtigen Reihenfolge ankommen. Darüber liegt HTTP, das die eigentliche Sprache von Browser und Webserver regelt. Man kann sich das wie Schichten vorstellen, die aufeinander aufbauen und jeweils eine klar umrissene Aufgabe haben.

Warum Nähe die Ladezeit beeinflusst

Auch wenn Daten mit fast Lichtgeschwindigkeit reisen, macht die Entfernung einen Unterschied: Liegt der Server in den USA und der Besucher in Deutschland, muss jede Anfrage den halben Globus umrunden. Deshalb setzen große Websites auf Content Delivery Networks (CDNs) — Netze aus Servern rund um die Welt, die Kopien der Inhalte vorhalten und sie jeweils vom nächstgelegenen Standort ausliefern. Näher dran bedeutet kürzere Wege und damit schnellere Seiten.

Warum das für deine Website zählt

Wer versteht, dass eine Seite aus vielen einzelnen Anfragen entsteht, versteht auch, warum Ladezeit von der Anzahl und Größe dieser Anfragen abhängt — und warum Hosting, DNS-Einstellungen und Verschlüsselung keine Nebensache sind.

Wem gehört das Internet?

Niemandem — und genau das ist der Kern. Das Internet ist ein Zusammenschluss unzähliger eigenständiger Netze, die einander freiwillig Datenverkehr durchreichen. Zusammengeführt werden sie an Austauschknoten, großen Verteilstellen, an denen viele Anbieter ihre Leitungen zusammenlegen; einer der größten steht in Frankfurt am Main. Damit das funktioniert, braucht es zwei Dinge, die zentral geregelt sind: die Vergabe von Namen und Adressen, um die sich die ICANN mit ihren Registrierstellen kümmert, sowie gemeinsame technische Standards, die in offenen Arbeitsgruppen der IETF entstehen. Alles andere entscheiden die Betreiber selbst.

IPv4 und IPv6

Die klassischen Adressen im Format 192.0.2.1 stammen aus IPv4 und bestehen aus vier Zahlen. Dieser Vorrat ist begrenzt und längst erschöpft — weit weniger, als es heute vernetzte Geräte gibt. Behelfsweise teilen sich deshalb viele Geräte hinter einem Router eine gemeinsame öffentliche Adresse. Die eigentliche Lösung heißt IPv6: deutlich längere Adressen in hexadezimaler Schreibweise, die praktisch unbegrenzt viele Geräte direkt adressierbar machen. Beide Verfahren laufen seit Jahren parallel, weshalb moderne Anschlüsse in der Regel gleichzeitig über eine IPv4- und eine IPv6-Adresse erreichbar sind.

Wichtige Begriffe

IP-Adresse
Eindeutige Nummer eines Geräts im Netz.
DNS
Übersetzt Domainnamen in IP-Adressen.
HTTP/HTTPS
Protokoll für die Kommunikation zwischen Browser und Server; HTTPS ist verschlüsselt.
Router
Gerät, das Datenpakete auf dem Weg zum Ziel weiterleitet.
CDN
Netz verteilter Server, das Inhalte vom nächstgelegenen Standort ausliefert.

Best Practices

  • Website ausschließlich über HTTPS ausliefern
  • Eine bevorzugte Domainvariante wählen und alle anderen dorthin weiterleiten
  • Auf schnelle, verlässliche DNS- und Hosting-Anbieter setzen

Zusammenfassung

Das Internet verbindet Rechner weltweit; das Web ist ein Dienst darin. DNS übersetzt Namen in Nummern, HTTP(S) transportiert die Anfrage, der Server antwortet mit den Bausteinen der Seite.

Häufige Fragen

WLAN ist nur die drahtlose Verbindung zwischen deinem Gerät und dem Router. Das Internet ist das weltweite Netz dahinter. Ohne Anschluss beim Provider hat WLAN keinen Internetzugang.

Weiterführende Links

#Internet#DNS#HTTP#Grundlagen

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